Es ist Sonntagabend, 18:15 Uhr. Familien essen gemeinsam Abendbrot, kochen oder bereiten sich auf die kommende Woche vor. Manche genießen vielleicht eine warme Dusche oder entspannen sich gemütlich auf dem Sofa…
Doch um 18:25 Uhr wird die Stille jäh unterbrochen: Der Digitale Meldeempfänger und die Divera-App schlagen Alarm. Draußen heulen die Sirenen. Auf dem Display erscheint die Meldung: „FF Kiho-Stelle Vollalarm, B1 – Anrufer meldet ausgelösten Rauchwarnmelder, Brandgeruch deutlich wahrnehmbar.“ In diesem Moment ist der ruhige Sonntagabend vorbei.
Nur sieben Minuten nach der Alarmierung trifft das erste Einsatzfahrzeug am Ort des Geschehens ein. Vor Ort stellt sich die Lage wie folgt dar: Rauch dringt aus einem Kellerschacht – es besteht der Verdacht auf ein Feuer im Keller. Bei der Erkundung entdecken Einsatzkräfte zwei Kinder an einem Fenster im Obergeschoss. Ihr Fluchtweg über das Treppenhaus ist durch dichten Rauch versperrt. Im Verlauf der weiteren Lageerkundung wird klar: Es befinden sich vermutlich noch weitere Personen im Gebäude – und es brennt tatsächlich. Das Haus ist vollständig verraucht.
Einsatzleiter Lars ordnet umgehend die Rettung der Kinder über eine Steckleiter an – eine Drehleiter könnte aufgrund des weichen Untergrunds nicht eingesetzt werden. Gleichzeitig dringen zwei Trupps unter Atemschutz zur Menschenrettung in das Gebäude vor und finden insgesamt zwei Personen. Während des Einsatzes geht der Funkkontakt zu einem Atemschutztrupp verloren. Die Atemschutzüberwachung reagiert sofort und meldet dies dem Einsatzleiter. Dieser alarmiert den bereitstehenden Sicherungstrupp. Glücklicherweise stellt sich heraus, dass das Gebäude den Funkverkehr gestört hat – die Einsatzkräfte sind unversehrt. Daher erhielt der Sicherungstrupp ebenfalls den Auftrag der Menschenrettung und konnte auch noch eine Person retten. Nach dem das Feuer gelöscht war, konnte der Leitstelle „Feuer aus“ gemeldet werden.
Aber noch einmal zurück zur Ankunft an der Einsatzstelle: Der vermeintliche Anrufer erwartet uns bereits – es ist unser Ortsbrandmeister Sönke mit Klemmbrett in der Hand. Spätestens jetzt ist klar: Es handelt sich um eine unangekündigte Alarmübung. Solche realitätsnahen Übungen sind vorgeschrieben und ein essenzieller Bestandteil der Aus- und Weiterbildung. Nur so kann das Erlernte unter möglichst echten Bedingungen auf die Probe werden.
Der Sonntagabend ist zwar ein ungewöhnlicher Zeitpunkt für eine Übung, doch das Gebäude, in dem wir trainieren durften, wird in Kürze abgerissen. Ein besonderer Dank geht an Familie Gosch für die Möglichkeit, das Haus für unsere Übung nutzen zu dürfen – sowie an Sönke und Jens für die Organisation und Ausarbeitung dieses anspruchsvollen Szenarios.
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